Der Betrieb der Lötschberg-Basisstrecke

Betriebszentrale BLS in Spiez

Betriebsführung

Funktionen und Aufgaben

Die BLS übernahm in den vergangenen Jahren sukzessive die Verantwortung für die Betriebsführung auf der gesamten Lötschberg-Simplon-Achse zwischen Gümligen (exkl.) und Sierre (exkl.) bis nach Domodossola (exkl.). Diese Übernahme geht auf eine Basisvereinbarung mit der SBB aus dem Jahr 2001 zurück.

Die Hauptaufgabe der Betriebsführung ist die sichere und pünktliche Abwicklung des Zugsverkehrs und des Rangierbetriebes. Dies erfolgt zentral von der Betriebszentrale der BLS in Spiez aus, wo verschiedene Spezialistinnen und Spezialisten den Verkehr auf der Lötschberg-Achse steuern und überwachen:

Disponenten/-innen überwachen die aktuelle Betriebslage, analysieren die
   Abweichungen zum Soll-Fahrplan und leiten daraus Massnahmen ab.

Fahrdienstoperatoren/-innen bedienen die Sicherungsanlagen, überwachen
   und stellen die Zug- sowie die Rangierfahrstrassen.

Tunneloperatoren /-innen überwachen und steuern die Tunneltechnik
   (Beleuchtung, Türen und Tore, Lüftung, Videoüberwachung usw.)

 Bahnstromoperatoren /-innenstellen die Bahnstromversorgung sicher, regeln
   und kontrollieren Fahrleitungsschaltungen.

Kundeninformationsassistenten /-innen informieren die Reisenden am Bahnhof
   über die aktuelle Betriebslage.

Eine besondere Herausforderung stellt im Lötschberg-Basistunnel der lange Einspurabschnitt ohne Kreuzungsmöglichkeit dar. Um die Streckenkapazität in diesem 21 Kilometer langen Nadelöhr zu maximieren, werden nach Möglichkeit mehrere Züge nacheinander in derselben Richtung durch den Einspurabschnitt gelenkt. Zudem gilt für den Verkehr auf der Lötschberg-Basisstrecke eine Art Slot-System, vergleichbar mit jenem im Luftverkehr: Jedem Zug steht ein fahrplanmässiges Zeitfenster für die Einfahrt in den Einspurabschnitt zur Verfügung. Verpasst ein verspäteter Zug dieses Fenster, muss er entweder über die Bergstrecke umgelenkt werden oder auf den nächsten freien Slot warten. Nur mit einem solchen Betriebskonzept kann auf der Lötschberg-Basisstrecke die im Bahnverkehr ungewöhnlich hohe Kapazitätsauslastung von 80 % umgesetzt werden. An einzelnen Spitzentagen ist der Tunnel sogar zu 100 % ausgelastet.

Fahrplanerstellung und Trassenmanagement

In Zusammenarbeit mit der SBB erstellt die Betriebsführung der BLS für die Lötschberg-Achse den Fahrplan und plant die Gleisbenutzung sowie die Abstellungen der Züge in den Bahnhöfen. Im Trassenverkauf stellt sie den diskriminierungsfreien Netzzugang für alle berechtigten Eisenbahnverkehrsunternehmen sicher.

ETCS

Um die zur Umsetzung des vorgesehenen Fahrplans notwendigen hohen Geschwindigkeiten (bis zu 250 km/h) und raschen Zugfolgezeiten zu erreichen, kommt innerhalb des Basistunnels das neue Zugsicherungssystem ETCS Level 2 zum Einsatz. Bei diesem europäisch standardisierten System werden die Fahrbefehle nicht mehr über optische Aussensignale, sondern über das digitale Funknetz GSM-R direkt auf eine Bildschirmanzeige im Führerstand übertragen.

Maximalgeschwindigkeiten mit ETCS

Einmündung Wengi-Ey 120 km/h
Im Tunnel 250 km/h
Einmündung in die Rhonetalstrecke 160 km/h

 

Weitere Informationen:

» Betriebsführung

» Die Tunneltechnik

» Streckenunterhalt

» Intervention und Rettung